Antoniuskapelle

Die Antonius-Kapelle in Burghagel gibt es seit 1854. Bereits 1841 wurde die Feldkapelle erstmals erwähnt. Das Gemeindemitglied Barbara Mayer hatte in ihrem Letzten Willen festgehalten, dass in Burghagel eine Kapelle errichtet werden soll. „Es werde mit Vergnügen dem edlen Wunsche der Verstorbenen willfahren, und dabei ausgesprochen, bezeichnete Kapelle im unteren Felde auf einem Gemeindetheile am Ochsenbrunnen erbaut werde, …“, notierte damals das Bezirksamt.

Dieses Dokument wurde vor ein paar Jahren im Augsburger Staatsarchiv entdeckt. Der erfreuliche historische Fund hatte aber auch für die Gemeinde unerfreuliche Auswirkungen. Somit stand fest, dass sie im Falle einer Sanierung die Kosten übernehmen müsste. „Die Kapelle war in einem schlechten Bauzustand. Die Grundmauern waren feucht“, erinnert sich Kirchenpfleger Siegfried Rettinger. Die Rufe im Ort seien immer lauter geworden, dass etwas gemacht werden müsste. Nach einer genauen Inspektion war schnell klar: Das Bauwerk sei nicht mehr sanierungsfähig- ein Neubau musste her. „Die Feuchtigkeit hätte man nicht mehr in den Griff bekommen“, betont Bauzeichner Heinz Danner. „Freiwillige Hilfe war uns im Falle eines Neubaus auch sicher“, fügt der Kirchenpfleger an.

Und so war es auch: Im Frühjahr 2007 begannen die Bauarbeiten. Hunderte Stunden an freiwilliger Arbeit wurden hineingesteckt. „Durch die vielen Hilfsarbeiten konnten die Baukosten ganz schön nach unten korrigiert werden“, berichtet Danner. 42 000 Euro waren für den Neubau im Gemeinderat veranschlagt worden. Insgesamt werden sich die Kosten nun auf etwa 30 000 Euro belaufen, rechnet Danner vor.

In dem Buch „Die Kunstdenkmäler von Schwaben“ von Werner Mayer aus dem Jahr 1972 ist die Feldkapelle ebenfalls verzeichnet. „Ein Rechteckbau des 18. Jahrhunderts mit neuerer Vorhalle und zwei kleinen Segmentbogenfenstern“, steht darin. Kleine Veränderungen gibt es bei der neuen Kapelle. So verfügt sie nun über Rundbögen und bunt geblasenen Fenstern. „Insgesamt ist es ein schlichter Bau, was bewusst so gewählt wurde. Für den Anstrich wurde ein warmer Gelbton genommen“, sagt Danner.

Bs Ende Juni 2007 wurde die alte Kapelle abgerissen, im Juli folgten die Maurerarbeiten. Schon bald darauf konnte der vorgefertigte Dachstuhl aufgesetzt werden. Danner: „Bis Ende November war das Dach fertig gedeckt. In diesem Frühjahr wurden die Wände verputzt. Vor ein paar Tagen wurden die Einrichtungsgegenstände, ein Herrgott in der Ruh und der Hl. Antonius, hineingestellt.“(Zitat 2008)

Ausstattung

  • Aus dem späten 17. Jahrhundert stammt ein Holzkruzifix (mit neuer Fassung).
  • Die Holzfiguren des hl. Leonhard und des hl. Johannes Nepomuk werden in die Zeit um 1740 datiert.
  • Die Skulpturengruppe der Taufe Christi befand sich ehemals an einem Taufbecken und entstand um 1750.
  • Die Pietà ist ein Werk aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Sie wird der Werkstatt von Johann Michael Fischer zugeschrieben.

Emprenbrüstung

Das Ölgemälde an der Emporenbrüstung wird in die 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts datiert. Es stellt den hl. Franz Xaver dar, der mit einem orientalischen Fürsten spricht.

Deckenbilder

Die Deckenbilder des Langhauses wurden 1887 von Peter Dagn aus Dillingen an der Donau ausgeführt. Sie stellen die Verkündigung, die Geburt Christi und über der Orgelempore die Krönung Mariens dar. In den seitlichen Medaillons werden die Heimsuchung, die Flucht nach Ägypten, die Vermählung Marias und der hl. Dominikus dargestellt, der den Rosenkranz empfängt.

Stuck

Die Decke ist mit reichem Stuckdekor aus Rocaillekartuschen, Ranken- und Blattwerk verziert. Zwei große Muschelwerkkartuschen am Chorbogen umrahmen die Jahreszahl 1719, dem Jahr der Fertigstellung der Kirche.

Architektur

Außenbau

An der Westfassade erhebt sich der sechsstöckige, mit einer Zwiebelhaube bekrönte Turm. Der quadratische Unterbau ist zur Hälfte in die Westwand des Langhauses eingebaut. Ein breites Profilgesims grenzt ihn von seinem zweigeschossigen, oktogonalen Aufbau ab. Dieser ist durch Eckpilaster und Blendfelder gegliedert und in beiden Etagen auf allen vier Seiten von rundbogigen Klangarkaden durchbrochen.

An der Südwand des Langhauses ist eine Sonnenuhr angebracht. An die Ostwand des Chores ist die einstöckige, mit einem Walmdach gedeckte Sakristei angebaut. Das Portal befindet sich auf der Nordseite.

Innenraum

Das Langhaus ist einschiffig und in drei Achsen unterteilt. Es wird wie der Chor von einer Korbbogentonne mit Stichkappen, die auf Gesimsen aufliegen, gedeckt. Die Wände gliedern flache Pilaster mit Phantasiekapitellen.

Ein korbbogiger Chorbogen führt zum eingezogenen, dreiseitig geschlossenen Chor, in dessen Ostwand ein Rundfenster eingebrochen ist. Den westlichen Abschluss bildet eine auf Holzsäulen aufliegende Doppelempore, deren obere und untere Brüstung in der Mitte ausgebaucht ist. Auf der oberen Empore ist die Orgel untergebracht.

Geschichte

Nachdem die alte Pfarrkirche von Burghagel als baufällig erachtet worden war, wurde sie um 1715 abgerissen. Um 1717 folgte ihr ein Neubau nach den Plänen des Gundelfinger Baumeisters Johann Windtschmidt. Die neue Kirche wurde 1719 fertiggestellt, worauf die Jahreszahl am Chorbogen verweist. 1887 wurde die Kirche restauriert und mit neuen Deckenbildern, den Altären und der heutigen Kanzel ausgestattet.

Pfarrkirche St. Peter in Burghagel

Die katholische Pfarrkirche St. Peter in Burghagel, einem Ortsteil der Gemeinde Bachhagel im Landkreis Dillingen an der Donau im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben, wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet. Die heutige Innenausstattung erhielt die Kirche bei der grundlegenden Renovierung von 1887.

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